INFORMER | spot 01 | das PARKHAUS

INFORMER | spot 01 | das PARKHAUS

„Unser erster Spot, das Parkhaus am Essener Hautbahnhof ist in die Jahre gekommen und scheint nicht ausgelastet zu sein. Das Potenzial des Ortes ist, neben der Zentralität und Erreichbarkeit, die Sichtbarkeit der Reisenden – ob als Fahrer aus dem Auto auf der A40, oder als Ankommender mit der Bahn vom Bahnhof aus gesehen“, betont Frank Eittorf. Für ihn ist klar: „Der Trend bringt das Wohnen zurück in die Innenstädte, daher gilt es, die urbane Wüste durch Grünzonen aufzulockern. Zum einen um qualitätsvolle Aufenthaltsräume zu schaffen, zum anderen um das Innenstadt- klima zu verbessern. Insbesondere für die neuen Bewohner.“

Bevor Ercan Agirbas und Frank Eittorf ihre Vision für das Parkhaus öffentlich skizzieren, sind sie bereits mit dem Eigentümer und dem Pächter Contipark in Dialog getreten. Der Gelsenkirchener Agirbas und der Kettwiger Eittorf wollen im Ruhrgebiet etwas bewegen, Akzente setzen, Ideen für besondere stadtplanerische Orte vorbringen und mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern wie auch Experten diskutieren. „Denn wenn es um Architektur geht, dann ist es ganz wichtig, die Menschen mitzunehmen. Sie müssen sich am Ende mit dem neuen Ort identifizieren, sich wohl und zuhause fühlen können“, so Agirbas.

Der Titel ‚Grüne Hauptstadt Europas 2017‘, er verplichtet. Um das Grün zurück in die Innenstadt zu holen, wie es etwa im Universitätsviertel und im benachbarten Krupp-Gürtel bereits geschehen ist, steigen die beiden Planer dem Parkhaus aufs Dach.

„Welche Städte hatten den begehrten Titel der europäischen Union bereits inne, welche reißen sich noch immer darum? Klar ist doch: Jede Stadt die diesen besonderen Titel bisher geholt hat, hat nicht nur bereits einiges umgesetzt, um grüner zu werden, sie hat sich viel mehr weitere klimafreundliche Ziele gesetzt“, so Eittorf. Die erfolgreiche Transformationsgeschichte einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in Nordrhein-Westfalen ist Vorbild für viele Städte Europas im Strukturwandel. Das wurde von der Europäischen Kommission bestätigt. Doch diese Erfolgsgeschichte lässt sich weiter fortsetzen.

„Das Parkhaus steht bereits im Grünen, so scheint es. Wir nutzen dieses Grün und bringen es auf das Dach. Wir wollen mit dieser Gestaltung als Chance arbeiten. Eine Chance, die horizontal oder vertikal, ein Fingerzeig für schlummernde Potenziale, für Folgendes verstanden werden will. Grün ist positiv und kann zum Imagewandel vergessener Orte beitragen. Wir denken das PARKHAUS neu, zunächst als PARK auf dem Dach – der Imagewandel fängt an. In einer zweiten Phase mit einem grünen HAUS auf dem Dach“, so die beiden Planer.

Die heutige zentrale Nutzung als Parkhaus stets im Blick, wollen die beiden Planer Ercan Agirbas und Frank Eittorf ein neues Gebäude auf das bereits bestehende aufsetzen: „Unten wird geparkt, oben gewohnt. Und der Stellplatznachweis sollte bei einem Haus auf einem Parkhaus möglich sein“, scherzt Eittorf. Der vertikale Aufbau, in dem künftig Familien, Paare und Singles ihr Grünes Wohnwunder erleben können.

„Das neue PARKHAUS blickt auf die urbane Skyline Essens. Vertikale Gärten schützen die neuen Bewohner vor der Südsonne und sorgen für Raumklima, Atmo- sphäre und Identität“, verdeutlicht Agirbas. Die Auszeichnung „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“ hat die Stadt Essen am 18. Juni 2015 erhalten. Planerisch ist seither noch nicht viel geschehen in der Ruhrmetropole. Es wurden lediglich bereits geplante Bauprojekte umgesetzt, darunter die Kastanienhöfe mit der neuen Zentrale der Allbau AG, oder befinden sich aktuell in der Planungs- oder Bauphase – so auch die Cranachhöfe. Sie sollen eine grüne Insel mitten in Holsterhausen bieten.

Die beiden Planer Ercan Agirbas und Frank Eittorf hoffen, dass ihre Idee für das neue Parkhaus, Hauptbahnhof, auf offene Ohren treffen. Ihre Vision ist klar und deutlich: „Essen bleibt Grüne Hauptstadt – und zeigt sich seinem bewegten Umfeld, einem Umfeld das weiterhin von der ‚sauberen’ Bahn und zukünftig von sauberen Elektroautos geprägt sein wird. Tesla und Volvo fahren derzeit vor. Essen sollte mitfahren – und den Takt als Grüne Hauptstadt angeben.“

„WAS WÄRE WENN?!“ pHes

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